Alan Jones – 1-facher Formel 1 Weltmeister
Alan Jones war der Inbegriff des kompromisslosen Rennfahrers. Mit seinem kräftigen Körperbau und seiner direkten Art wirkte der Australier oft eher wie ein Rugbyspieler als wie ein klassischer Pilot. In der Formel 1 Weltmeister Liste wird er als der Mann geführt, der die Legende des Williams-Teams begründete. Jones war kein Freund von politischer Korrektheit; er fuhr hart, sprach Klartext und verkörperte die australische „No-Nonsense“-Attitüde perfekt.
Der Weg zur Weltmeisterschaft
Alan Jones musste sich seinen Weg zum Formel 1 Weltmeister hart erkämpfen. Er startete seine Karriere in kleinen Privatteams und feierte 1977 im Shadow-Team in Österreich seinen ersten, völlig überraschenden Grand-Prix-Sieg (so überraschend, dass die Veranstalter keine australische Hymne parat hatten und stattdessen „Happy Birthday“ spielten).
Sein Schicksal wendete sich, als er 1978 zum damals noch jungen Team von Frank Williams wechselte. Jones und Williams passten ideal zusammen: zwei zielstrebige Kämpfer. Nachdem er 1979 bereits WM-Dritter geworden war, dominierte Jones die Saison 1980. Mit fünf Saisonsiegen und einer unerschütterlichen Konstanz sicherte er sich souverän den Titel. Er war der erste Fahrer, der bewies, dass Williams-Autos nicht nur schnell, sondern auch titelreif waren.
Legendäre Duelle und Rivalitäten
Das größte Drama seiner Karriere erlebte Jones teamintern gegen Carlos Reutemann. In der Saison 1981 eskalierte die Rivalität zwischen dem Australier und dem Argentinier. Reutemann ignorierte Stallordern (berühmt wurde das „Jones 4, Reutemann 1“-Schild in Brasilien), was zu einer tiefen Eiszeit im Team führte.
Dieses Zerwürfnis kostete beide letztlich den Titel: Während sich die Williams-Piloten gegenseitig Punkte wegnahmen, lachte sich Nelson Piquet ins Fäustchen und schnappte sich die Weltmeisterschaft. Jones, der für seine Loyalität bekannt war, verzieh Reutemann diesen „Verrat“ lange Zeit nicht. Diese Art von erbitterter Team-Rivalität ist ein Vorläufer für spätere Duelle wie Senna vs. Prost oder Vettel vs. Webber.
Die Weltmeister-Autos von Alan Jones
Jones’ Erfolg basierte auf der genialen Ingenieurskunst von Patrick Head:
- Williams FW07 (1979-1981): Eines der erfolgreichsten Ground-Effect-Autos der Geschichte. Der FW07 war kompakt, aerodynamisch effizient und in den Händen von Jones eine Waffe. Vor allem in der Version FW07B war der Wagen 1980 das Maß aller Dinge.
- Shadow DN8: Der Wagen, mit dem er 1977 seinen Durchbruch schaffte und die Aufmerksamkeit von Frank Williams auf sich zog.
Karriere nach der Formel 1 und Vermächtnis
Alan Jones trat Ende 1981 auf dem Höhepunkt zurück, versuchte aber Mitte der 80er-Jahre ein Comeback (Lola-Hart), das jedoch weniger erfolgreich verlief. Nach seiner Zeit in der Formel 1 kehrte er nach Australien zurück und blieb dem Rennsport als Tourenwagenfahrer und später als prominenter TV-Experte und Kommissar für die FIA erhalten.
Heute ist Alan Jones eine geschätzte Legende des Fahrerlagers. Er ist der Grundstein für die Erfolgsgeschichte von Williams, die bis heute anhält. Sein Vermächtnis ist der Glaube an harte Arbeit und die Fähigkeit, ein Team um sich herum aufzubauen. In der Liste der Rekordweltmeister F1 steht er als der Prototyp des australischen Racers, der bewies, dass man mit Willenskraft und dem richtigen Auto die Welt erobern kann.
Kimi Antonelli