Wissenswertes zum Großen Preis von Österreich
Der Große Preis von Österreich in Spielberg ist das absolute Highspeed-Spektakel im Formel-1-Rennkalender 2026. Vor der malerischen Kulisse der steirischen Alpen liefert der Red Bull Ring regelmäßig einige der spektakulärsten Rennen des Jahres. Die Strecke ist unglaublich kurz, aber extrem intensiv. Sie ähnelt in ihrer Topografie einer rasenden Achterbahnfahrt bergauf und bergab. Große Auslaufzonen sucht man hier oft vergebens – stattdessen lauern tückische „Sausage-Kerbs“ und Kiesbetten auf die kleinsten Fehler. Das Oranje-Meer der Verstappen-Fans und die steile Hanglage der Tribünen sorgen für eine ohrenbetäubende Festival-Atmosphäre.
Das Streckenlayout
Der Kurs wirkt auf dem Papier simpel, ist in der Realität aber extrem tückisch. Nur 10 Kurven verteilen sich auf die kompakte Länge von 4,318 Kilometern. Die Fahrer umrunden die Berg- und Talbahn ganze 71 Mal, um die Renndistanz von 306,452 Kilometern zu knacken. Die Runde besteht im Grunde nur aus drei langen Geraden, verbunden durch harte Bremszonen, und einem unglaublich schnellen und flüssigen Infield im zweiten Sektor. Auch hier ist die Zeit des DRS vorbei: Der Straight-Line-Mode (X-Mode) bringt die Boliden auf den Bergauf-Passagen auf schwindelerregende Geschwindigkeiten.
Die technischen Herausforderungen für den Grand Prix:
- Aero-Setup: Spielberg ist ein Kompromiss aus purer Motorleistung auf den Geraden und aerodynamischem Grip im schnellen Mittelsektor (Kurve 6 bis 10). Die Autos benötigen viel Anpressdruck für den abschüssigen Sektor, schalten auf den drei langen Geraden aber sofort in den X-Mode. Ein steifes Setup ist gefordert, um die harten Randsteine gut zu verdauen.
- Reifenmanagement: Die Strecke verlangt den Reifen thermisch alles ab. Die ständigen Traktionsphasen am Ausgang der engen Kehren bringen die Hinterreifen schnell zum Überhitzen. Der recht glatte Asphalt erfordert zudem ein extrem gefühlvolles Reifenmanagement, um den Verschleiß auf ein Minimum zu reduzieren.
- Überholmöglichkeiten: Spielberg ist ein echtes Überhol-Paradies. Kurve 3 am höchsten Punkt der Strecke sowie Kurve 4 bergab sind die perfekten Orte für den elektrischen Zusatz-Boost. Hier entstehen oft wilde Rad-an-Rad-Duelle, die sich über mehrere Kurven hinwegziehen.
Unvergessen
Der Red Bull Ring ist die Bühne für absolute Thriller. Das epische Duell aus der Saison 2019 brennt sich jedem Fan ins Gedächtnis. Nach einem völlig verpatzten Start fällt Lokalmatador Max Verstappen weit zurück. Was folgt, ist eine furiose Aufholjagd, die ihresgleichen sucht. Er pflügt gnadenlos durch das gesamte Feld. Zwei Runden vor Schluss taucht er im Getriebe des Führenden Charles Leclerc auf. In Kurve 3 setzt Verstappen zum harten, kompromisslosen Überholmanöver an. Er drängt den Ferrari-Piloten leicht von der Strecke, übernimmt die Führung und bringt die grandiosen Zuschauerränge buchstäblich zum Beben.
Aufgrund der kurzen Distanz fallen die Rundenzeiten in Spielberg extrem niedrig aus. Die ultimative Benchmark hält Carlos Sainz. Der Spanier nagelt im Jahr 2020 eine aberwitzige Zeit von 1:05.619 Minuten in den Asphalt. Dieser offizielle Rennrekord verdeutlicht die absurde Geschwindigkeit auf dieser Berg- und Talbahn. Um diese Zeiten zu erreichen, müssen die Fahrer das Auto in den schnellen Zielkurven exakt auf der Rasierklinge am Kiesbett entlang balancieren.
Kimi Antonelli