Jochen Rindt – 1-facher Formel 1 Weltmeister
Jochen Rindt war der erste echte Popstar der Formel 1. Mit seinem markanten Äußeren, seiner Pelzjacke und seinem kompromisslosen Fahrstil verkörperte der gebürtige Deutsche, der mit österreichischer Lizenz startete, den Geist der wilden 60er-Jahre. In der Formel 1 Weltmeister Liste nimmt er einen einzigartigen, wenn auch tragischen Platz ein. Er ist der einzige Pilot, der zum Weltmeister gekrönt wurde, nachdem er bereits bei einem Rennunfall ums Leben gekommen war.
Der Weg zur Weltmeisterschaft
Jochen Rindts Weg zum Formel 1 Weltmeister war geprägt von purer Geschwindigkeit und einem riskanten Spiel mit der Technik. Nach Lehrjahren bei Cooper und Brabham wechselte er 1969 zum Team Lotus von Colin Chapman. 1970 wurde zu seinem Schicksalsjahr: Rindt dominierte die Saison im revolutionären Lotus 72 und gewann fünf Rennen, darunter vier in Folge.
Er war auf dem besten Weg, den Titel vorzeitig zu sichern, als das Unfassbare geschah: Während des Trainings zum Großen Preis von Italien in Monza am 5. September 1970 versagte an seinem Wagen eine Bremswelle. Rindt verunglückte tödlich. Da sein Punktevorsprung in den verbleibenden Rennen der Saison von keinem anderen Fahrer – auch nicht von seinem engsten Verfolger Jacky Ickx – mehr eingeholt werden konnte, blieb er an der Spitze der Wertung. Seine Witwe Nina nahm am Ende des Jahres den Weltmeisterpokal entgegen.
Legendäre Duelle und Rivalitäten
Rindt war bekannt für seine extremen Duelle, in denen er oft mehr riskierte als jeder andere. Besonders seine Zweikämpfe mit Jackie Stewart sind legendär. Die beiden waren privat eng befreundet, doch auf der Strecke schenkten sie sich nichts. Stewart bewunderte Rindts schieres Tempo, kritisierte aber oft die mangelnde Sicherheit der Lotus-Autos.
Ein weiteres dramatisches Highlight war der Große Preis von Monaco 1970. In der letzten Runde setzte Rindt den Führenden Jack Brabham so sehr unter Druck, dass dieser in der letzten Kurve in die Strohballen rutschte. Rindt feierte einen seiner spektakulärsten Siege. Dieses Image des unbezähmbaren Kämpfers machte ihn zur Ikone, lange bevor er in der Formel 1 Weltmeister Liste verewigt wurde.
Die Weltmeister-Autos von Jochen Rindt
Rindt steuerte eines der wichtigsten Autos der Formel-1-Geschichte:
- Lotus 72 (1970): Dieser Wagen veränderte das Design von Rennwagen für immer. Mit seinen seitlichen Kühlern und der Keilform war er seiner Zeit Jahre voraus. Rindt hasste das Auto anfangs wegen seiner Fragilität, doch es war das Werkzeug, das ihn zum Champion machte.
- Lotus 49C: Mit diesem Klassiker feierte er seinen legendären Last-Minute-Sieg in Monaco 1970, bevor der Lotus 72 einsatzbereit war.
Vermächtnis und Erbe
Jochen Rindt hinterließ eine Lücke, die besonders in Österreich eine Motorsport-Euphorie auslöste, die später den Weg für Fahrer wie Niki Lauda und Gerhard Berger ebnete. Er war der Grund, warum der Österreich-Ring (heute Red Bull Ring) gebaut wurde.
Sein Vermächtnis ist eng mit der Sicherheit im Motorsport verknüpft. Sein Tod führte dazu, dass Fahrer wie Jackie Stewart ihre Bemühungen für sicherere Rennstrecken und Autos nochmals massiv verstärkten. Rindt wird immer als der „König von Österreich“ und als der Champion in Erinnerung bleiben, dessen Krönung er selbst nicht mehr miterleben durfte. In der Geschichte der Rekordweltmeister F1 bleibt sein Name ein Symbol für das ultimative Opfer, das Fahrer in jener Ära brachten.
Kimi Antonelli