In der Formel 1 findet man fast ausschließlich negativen Sturz. Die Räder neigen sich oben zur Fahrzeugmitte. Ein positiver Sturz (Räder oben weiter auseinander) wird im modernen Formelsport praktisch nicht eingesetzt, da er die Stabilität in Kurven massiv verschlechtern würde.
Die Vorteile in der Kurve
Wenn ein F1-Bolide mit hoher Geschwindigkeit in eine Kurve fährt, wirken enorme Seitenkräfte. Der Reifen neigt dazu, nach außen zu „rollen“. Hätte das Rad im Stand einen Winkel von 0° (also genau senkrecht), würde es in der Kurve auf die Außenkante gedrückt werden – die Kontaktfläche zum Asphalt würde schrumpfen. Durch den negativen Sturz wird dieser Effekt ausgeglichen: Der Reifen verformt sich unter Last so, dass die gesamte Lauffläche plan auf der Straße liegt.
Die Schattenseiten: Verschleiß und Hitze
Ein extremer Sturz bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich. Auf den langen Geraden rollt der Reifen nämlich fast nur auf der Innenseite. Das hat zwei große Nachteile:
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Verschleiß: Die Innenschulter des Reifens nutzt sich deutlich schneller ab als der Rest.
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Hitze (Blistering): Durch die punktuelle Belastung entsteht enorme Hitze im Inneren des Reifens, was zu gefährlicher Blasenbildung führen kann.
Das Limit durch die FIA und Pirelli
Weil ein zu extremer Sturz die Struktur des Reifens gefährden kann (besonders bei High-Speed-Strecken wie Spa oder Silverstone), gibt der Reifenhersteller Pirelli strikte Grenzwerte vor. Die Teams müssen ihren Camber innerhalb dieser Parameter einstellen, um Reifenplatzer zu vermeiden. Die Kunst der Ingenieure besteht darin, so nah wie möglich an dieses Limit heranzugehen, um das Maximum an Performance herauszukitzeln, ohne die Sicherheit zu riskieren.
Kimi Antonelli