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Nelson Piquet

Weltmeistertitel

1981 1983 1987

Lebenszeit

17.08.1952 — lebt

Anzahl der Rennen

204

Siege

23

Poles

24

Anzahl der WM-Punkte

485.5

Anzahl der Podien

60

Schnellste Rennrunden

23

Anzahl der WM-Titel

3

Nelson Piquet – 3-facher Formel 1 Weltmeister

Nelson Piquet ist einer der erfolgreichsten Piloten der Grand-Prix-Geschichte, doch in der öffentlichen Wahrnehmung steht er oft im Schatten seiner Zeitgenossen Senna und Prost. Dabei war der Brasilianer ein technisches Genie: Er war der erste Weltmeister der Turbo-Ära und bekannt dafür, seine Mechaniker bis spät in die Nacht zu Höchstleistungen zu treiben. In der Formel 1 Weltmeister Liste gehört er zum exklusiven Club der Dreifach-Champions, ein Beleg für seine außergewöhnliche Klasse über zwei verschiedene Jahrzehnte hinweg.

Der Weg zur Weltmeisterschaft

Piquets Weg zum Formel 1 Weltmeister war geprägt von strategischer Cleverness. Seinen ersten Titel holte er 1981 für Brabham unter der Führung von Bernie Ecclestone, nachdem er Carlos Reutemann in einem dramatischen Finale in Las Vegas niederrang. 1983 schrieb er Geschichte, als er mit Brabham-BMW den ersten Titel für einen Turbo-Motor einfuhr – ein Meilenstein der Technik.

Seinen dritten Titel (1987) sicherte er sich bei Williams durch pure Intelligenz. Obwohl sein Teamkollege Nigel Mansell oft der schnellere auf einer einzelnen Runde war, punktete Piquet durch Beständigkeit und technisches Kalkül. Er verstand es wie kaum ein Zweiter, das Auto so abzustimmen, dass es über die gesamte Renndistanz funktionierte, während andere ihre Reifen oder Motoren überforderten.

Legendäre Duelle und Rivalitäten

Wenn F1-Fans an Drama denken, denken sie an Piquet. Seine Rivalität mit Nigel Mansell bei Williams ist legendär und war geprägt von offener Abneigung. Piquet nutzte oft psychologische Kriegsführung, um Mansell aus dem Konzept zu bringen.

Noch intensiver war jedoch das Verhältnis zu seinem Landsmann Ayrton Senna. Das Duell um die Vorherrschaft in Brasilien spaltete die Nation. Während Senna der leidenschaftliche Mystiker war, gab Piquet den kühlen, oft sarkastischen Pragmatiker. Unvergessen ist sein Überholmanöver gegen Senna in Ungarn 1986 – ein Drift bei über 300 kmh, der bis heute als eines der besten Manöver aller Zeiten gilt. Piquet war ein Fahrer, der keine Gefangenen machte, weder auf der Strecke noch in Interviews.

Die Weltmeister-Autos von Nelson Piquet

Piquet war ein Meister darin, bahnbrechende Technologien zum Erfolg zu führen:

  • Brabham BT49 & BT52: Der BT52 von 1983 mit seinem pfeilförmigen Design und dem brachialen BMW-Turbo-Motor gilt als eines der schönsten und stärksten Autos der F1-Historie.
  • Williams FW11B (1987): Ausgestattet mit dem überlegenen Honda-V6-Turbo, war dieser Wagen das Nonplusultra der späten 80er-Jahre und erlaubte es Piquet, seine strategische Überlegenheit auszuspielen.

Karriere nach der Formel 1 und Vermächtnis

Nach seinem Rücktritt 1991 blieb Nelson Piquet ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er gründete ein Satellitennavigations-Unternehmen in Brasilien und baute sein eigenes Rennteam, Piquet Sports, auf, um die Karriere seines Sohnes Nelson Piquet Jr. zu fördern.

Heute ist Piquets Erbe zwiegespalten: Sportlich bleibt er der geniale Techniker und dreifache Champion, der die Turbo-Ära definierte. Abseits der Strecke sorgt er jedoch immer wieder durch kontroverse Aussagen für Schlagzeilen, die sein öffentliches Bild im modernen Jahr 2026 trüben. Dennoch: Wer die Geschichte der Rekordweltmeister F1 verstehen will, kommt an der Brillanz und dem kompromisslosen Charakter von „Nelson dem Großen“ nicht vorbei.