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John Surtees

Weltmeistertitel

1964

Lebenszeit

11.02.1934 — 10.03.2017

Anzahl der Rennen

111

Siege

6

Poles

8

Anzahl der WM-Punkte

180

Anzahl der Podien

24

Schnellste Rennrunden

11

Anzahl der WM-Titel

1

John Surtees – 1-facher Formel 1 Weltmeister

John Surtees ist die Definition eines Allround-Genies. In der Formel 1 Weltmeister Liste nimmt er eine Sonderstellung ein, die wohl für alle Ewigkeit Bestand haben wird: Er ist der einzige Rennfahrer der Geschichte, der sowohl in der Motorrad-Weltmeisterschaft (7 Titel) als auch in der Formel 1 (1 Titel) Weltmeister wurde. „Big John“ war ein technischer Perfektionist, der den Übergang vom Lenker zum Lenkrad mit einer Brillanz meisterte, die bis heute sprachlos macht.

Der Weg zur Weltmeisterschaft

Nachdem er die Motorrad-Welt auf zwei Rädern mit MV Agusta dominiert hatte, suchte Surtees 1960 eine neue Herausforderung in der Formel 1. Sein technisches Verständnis und sein Gefühl für Mechanik machten ihn schnell zum Favoriten von Enzo Ferrari.

Der Weg zum Formel 1 Weltmeister gipfelte im Jahr 1964. In einer der spannendsten Saisons der Geschichte lieferte er sich einen Dreikampf mit den britischen Legenden Jim Clark und Graham Hill. Beim dramatischen Finale in Mexiko-Stadt reichte ihm ein zweiter Platz, um sich mit nur einem Punkt Vorsprung die Krone aufzusetzen. Surtees bewies damit, dass ein wahrer Champion jedes Fahrzeug am Limit bewegen kann – egal ob es Schräglage oder vier Räder hat.

Legendäre Duelle und Rivalitäten

Die 1960er-Jahre waren das goldene Zeitalter der britischen Rennfahrer, und Surtees war mittendrin im Kampf gegen Jim Clark und Graham Hill. Es war eine Ära des gegenseitigen Respekts, aber auch des harten Wettbewerbs.

Ein besonderes „Drama“ erlebte Surtees jedoch abseits der Strecke mit der Führungsebene von Ferrari. Seine direkte Art und sein tiefer technischer Sachverstand führten oft zu Reibereien mit Rennleiter Eugenio Dragoni. Diese interne Rivalität führte schließlich dazu, dass Surtees Ferrari 1966 mitten in der Saison verließ – ein Schock für die Tifosi. Wie bei späteren Duellen wie Senna vs. Prost zeigte sich hier, dass die größten Kämpfe manchmal nicht auf der Strecke, sondern in den Boxengassen ausgetragen werden.

Die Weltmeister-Autos von John Surtees

Surtees war bekannt dafür, dass er die Mechanik seiner Autos bis ins kleinste Detail verstehen wollte:

  • Ferrari 158 (1964): Der legendäre Bolide mit dem 1,5-Liter-V8-Motor. Interessanterweise fuhr Surtees die letzten beiden Saisonrennen nicht im klassischen Ferrari-Rot, sondern in Blau-Weiß (den Farben des North American Racing Teams), aufgrund eines Streits zwischen Enzo Ferrari und dem italienischen Verband.
  • Honda RA300 (1967): Nach seiner Zeit bei Ferrari verhalf Surtees Honda zu ihrem ersten großen Erfolg in der Formel 1 – ein Beweis für seine Qualitäten als Entwickler.

Karriere nach der Formel 1 und Vermächtnis

Nach seinem Rücktritt 1972 gründete er seinen eigenen Rennstall, das Surtees Racing Organisation, das bis 1978 in der Formel 1 aktiv war. In späteren Jahren widmete er sich der Förderung junger Talente und gründete nach dem tragischen Unfalltod seines Sohnes Henry die Henry Surtees Foundation, die sich für Unfallopfer und die Sicherheit im Motorsport einsetzt.

John Surtees verstarb im Jahr 2017 im Alter von 83 Jahren. Er hinterließ ein Erbe, das wohl nie wieder eingeholt wird. In einer Zeit, in der sich Piloten heute oft schon im Kindesalter auf eine einzige Kategorie spezialisieren, bleibt er das Mahnmal für universelles Talent. Für jeden F1-Fan ist Surtees die Brücke zwischen zwei Welten und der lebende Beweis, dass wahre Meisterschaft keine Grenzen kennt.