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Jody Scheckter

Weltmeistertitel

1979

Lebenszeit

29.01.1950 — lebt

Anzahl der Rennen

112

Siege

10

Poles

3

Anzahl der WM-Punkte

255

Anzahl der Podien

33

Schnellste Rennrunden

5

Anzahl der WM-Titel

1

Jody Scheckter – 1-facher Formel 1 Weltmeister

Jody Scheckter ist eine Ausnahmeerscheinung in der Formel 1 Weltmeister Liste. Er ist bis heute der einzige Afrikaner, der den WM-Titel gewinnen konnte. Seine Karriere ist die Geschichte einer extremen Disziplinierung: Zu Beginn als „lebende Gefahr“ verschrien, krönte er sich 1979 durch puren taktischen Verstand zum Champion für Ferrari. Damit war er der letzte Ferrari-Weltmeister vor der langen Ära von Michael Schumacher.

Der Weg zur Weltmeisterschaft

Der Weg von Jody Scheckter zum Formel 1 Weltmeister begann turbulent. In seinen frühen Jahren bei McLaren und Tyrrell galt er als extrem schnell, aber unberechenbar – berüchtigt durch den von ihm ausgelösten Massencrash in Silverstone 1973. Doch Scheckter lernte schnell. Er wechselte zum Wolf-Team, wo er 1977 Vizeweltmeister wurde, bevor er den Ruf der Scuderia Ferrari folgte.

Die Saison 1979 markierte seinen größten Triumph. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Gilles Villeneuve dominierte er das Feld. Scheckter bewies hier seine neu gewonnene Reife: Er fuhr weniger auf Risiko und mehr auf Punkte. Mit drei Saisonsiegen und einer beeindruckenden Konstanz sicherte er sich beim Heimrennen von Ferrari in Monza vorzeitig den Titel. Er war der Pilot, der Ferrari nach der Ära von Niki Lauda zurück an die Spitze führte.

Legendäre Duelle und Rivalitäten

Das bedeutendste „Duell“ in Scheckters Karriere war eigentlich eine tiefe Freundschaft: Die Rivalität mit Gilles Villeneuve. Die beiden Ferrari-Piloten des Jahres 1979 waren ein ungleiches Paar. Während Villeneuve für seine halsbrecherischen Manöver geliebt wurde, war Scheckter der kalkulierende Profi.

Obwohl Villeneuve oft als der schnellere Fahrer galt, hielt er sich an die Teamorder und respektierte Scheckters Führung in der Weltmeisterschaft. Dieses teaminterne Drama ohne Missgunst ist in der Geschichte selten – ein krasser Gegensatz zu den giftigen Duellen wie Senna vs. Prost. Scheckter musste sich zudem gegen aufstrebende Legenden wie den jungen Nelson Piquet und erfahrene Haudegen wie Alan Jones durchsetzen.

Die Weltmeister-Autos von Jody Scheckter

Scheckter steuerte zwei der außergewöhnlichsten Konstruktionen der 70er-Jahre:

  • Ferrari 312T4 (1979): Dieser Bolide war eine Weiterentwicklung des erfolgreichen T-Konzepts von Niki Lauda. Er war zwar optisch nicht der eleganteste Wagen, aber mechanisch extrem zuverlässig und auf den harten Strecken der damaligen Zeit fast unschlagbar.
  • Tyrrell P34 (1976): Scheckter war der einzige Fahrer, der mit dem legendären Sechsrad-Auto ein Rennen gewinnen konnte (GP Schweden). Obwohl er den Wagen persönlich nicht mochte, sicherte er sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern der technischen Kuriositäten.

Karriere nach der Formel 1 und Vermächtnis

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen wusste Jody Scheckter genau, wann es Zeit war zu gehen. Nur ein Jahr nach seinem Titelgewinn trat er 1980 im Alter von 30 Jahren zurück – er wollte sein Leben nicht länger für den Sport riskieren.

Nach der Formel 1 bewies Scheckter sein Talent als Geschäftsmann. Er gründete in den USA ein erfolgreiches Unternehmen für Hightech-Waffensimulatoren (FATS) und widmete sich später der ökologischen Landwirtschaft. Heute betreibt er in England die Laverstoke Park Farm, die zu den modernsten Bio-Bauernhöfen der Welt gehört. Sein Vermächtnis ist das eines intelligenten Champions, der bewiesen hat, dass man den „Bären“ in sich bändigen muss, um die Welt zu erobern. In der Liste der Rekordweltmeister F1 bleibt er der stolze Vertreter eines ganzen Kontinents.