Mike Hawthorn – 1-facher Formel 1 Weltmeister
Er war der Inbegriff des „Gentleman Racers“: Mike Hawthorn schrieb 1958 Geschichte, als er als erster Brite die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann. Bekannt für sein markantes Auftreten – er fuhr oft mit einer weißen Fliege (Bow Tie) im Cockpit – verkörperte er den Glamour und die enorme Gefahr der 1950er-Jahre. Sein Titelgewinn markierte den Beginn der britischen Dominanz in der Königsklasse, die bis heute durch Fahrer wie Lewis Hamilton oder Lando Norris anhält.
Der Weg zur Weltmeisterschaft
Hawthorns Weg zum Formel 1 Weltmeister war geprägt von Konstanz und taktischem Geschick. Seinen Titel im Jahr 1958 sicherte er sich in einem der dramatischsten Duelle der Frühzeit. Obwohl sein härtester Rivale Stirling Moss mehr Rennen gewann (vier Siege gegenüber nur einem von Hawthorn), triumphierte Mike durch seine zahlreichen Podestplätze und die damals vergebene Zusatzpunkt-Regel für die schnellste Rennrunde.
Besonders bemerkenswert: Hawthorn profitierte in Portugal von der sportlichen Fairness seines Rivalen Moss. Nachdem Hawthorn disqualifiziert werden sollte, sagte Moss zugunsten seines Gegners aus und rettete ihm so die entscheidenden Punkte für den Titel. Es war das Jahr, in dem Hawthorn bewies, dass man nicht der Schnellste in jedem Rennen sein muss, um in der Formel 1 Weltmeister Liste ganz oben zu stehen.
Legendäre Duelle und Rivalitäten
Das Jahr 1958 war überschattet von einer tiefen Tragik und dem Duell zwischen den beiden Briten Hawthorn und Moss. Es war ein rein britisches Drama, wie man es später nur noch bei Lauda vs. Hunt oder Mansell vs. Piquet sah.
Hawthorns Karriere war jedoch auch eng mit seinem Teamkollegen und besten Freund Peter Collins verknüpft. Die beiden bildeten bei Ferrari ein legendäres Gespann, das sich gegenseitig zu Höchstleistungen trieb. Der Tod von Collins während des Großen Preises von Deutschland 1958 traf Hawthorn so schwer, dass er unmittelbar nach dem Gewinn seines Titels am Ende der Saison seinen Rücktritt vom Rennsport erklärte – er hatte die Freude am Fahren verloren.
Die Weltmeister-Autos von Mike Hawthorn
Hawthorn ist untrennbar mit der Ära der klassischen Frontmotor-Boliden verbunden:
- Ferrari 246 Dino (1958): Das Auto, mit dem er den Titel holte. Es war der erste Formel-1-Wagen mit einem V6-Motor, der die Weltmeisterschaft gewann. Benannt nach Enzo Ferraris verstorbenem Sohn Dino, war der 246 ein technisches Meisterwerk seiner Zeit.
- Ferrari 500: Bereits 1953 feierte er in diesem Modell seinen ersten Sieg in Frankreich, wo er den großen Juan Manuel Fangio in einem packenden Windschattenduell schlug.
Vermächtnis und Erbe
Mike Hawthorns Zeit als Champion war grausam kurz. Nur drei Monate nach seinem Rücktritt als Weltmeister verunglückte er im Januar 1959 bei einem Autounfall auf einer Landstraße in England tödlich.
Sein Vermächtnis in Großbritannien ist dennoch riesig. Er war der Pionier, der den Briten zeigte, dass sie die Weltspitze erobern können. Ihm zu Ehren wurde die „Hawthorn Memorial Trophy“ ins Leben gerufen, die bis heute jährlich an den erfolgreichsten britischen oder Commonwealth-Fahrer der Formel-1-Saison verliehen wird. In der Geschichte bleibt er der „Fahrer mit der Fliege“, der den Sport mit Stil und einer Prise britischer Exzentrik prägte.
Kimi Antonelli