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Nigel Mansell

Weltmeistertitel

1992

Lebenszeit

08.08.1953 — lebt

Anzahl der Rennen

187

Siege

31

Poles

32

Anzahl der WM-Punkte

482

Anzahl der Podien

59

Schnellste Rennrunden

30

Anzahl der WM-Titel

1

Nigel Mansell – 1-facher Formel 1 Weltmeister

Nigel Mansell, von den Tifosi während seiner Zeit bei Ferrari ehrfürchtig „Il Leone“ (der Löwe) getauft, war der Inbegriff des Arbeiters im Cockpit. In der Formel 1 Weltmeister Liste wird er oft als einer der vom Pech am meisten verfolgten Fahrer geführt, bis er 1992 endlich seinen verdienten Thron bestieg. Mansell fuhr nicht nur Rennen; er rang seine Gegner durch schiere physische Gewalt und einen Mut nieder, der oft an Wahnsinn grenzte. Er war der Mann, der den britischen „Bulldoggen-Geist“ wie kein zweiter auf die Rennstrecke brachte. 

Der Weg zur Weltmeisterschaft

Der Weg von Nigel Mansell zum Formel 1 Weltmeister war lang und steinig. Mehrfach stand er kurz vor dem Titel, nur um durch dramatische Umstände gestoppt zu werden – unvergessen ist sein Reifenplatzer bei hoher Geschwindigkeit in Adelaide 1986, der ihn den sicher geglaubten Titel kostete.

Doch 1992 war sein Jahr. Im technisch überlegenen Williams-Renault dominierte Mansell die Saison in einer Weise, wie man sie zuvor selten gesehen hatte. Er gewann die ersten fünf Rennen der Saison in Folge und sicherte sich den Titel bereits im August beim Großen Preis von Ungarn – damals ein Rekord. Mit neun Saisonsiegen stellte er eine Bestmarke auf, die erst Jahre später von Michael Schumacher gebrochen wurde. Es war die Krönung einer Karriere, die von Rückschlägen geprägt war, aber durch unerschütterliches Durchhaltevermögen zum Erfolg führte.

Legendäre Duelle und Rivalitäten

Nigel Mansell war Teil der „Big Four“ der 80er- und frühen 90er-Jahre. Seine Duelle mit Ayrton Senna, Alain Prost und Nelson Piquet sind Stoff für Legenden. Besonders das teaminterne Duell mit Piquet bei Williams war von tiefer Abneigung geprägt. Piquet nannte ihn einen „ungebildeten Dummkopf“, während Mansell auf der Strecke antwortete.

Einer der ikonischsten Momente der F1-Geschichte ist das Rad-an-Rad-Duell mit Senna in Barcelona 1991, bei dem die beiden bei über 300 km/h nur Zentimeter voneinander entfernt über die Zielgerade jagten, während Funken unter ihren Autos sprühten. Mansell war ein Fahrer, der niemals zurückwich, was ihn zum Liebling der Massen und zum Albtraum seiner Rivalen machte.

Die Weltmeister-Autos von Nigel Mansell

Mansell steuerte einige der technologisch fortschrittlichsten und schönsten Wagen seiner Ära:

  • Williams FW14B (1992): Die „Red 5“. Dieses Auto war mit aktiver Aufhängung, Traktionskontrolle und einem halbautomatischen Getriebe seiner Zeit weit voraus. In Mansells Händen war dieser Bolide praktisch unschlagbar.
  • Ferrari 640 (1989): Der erste Formel-1-Wagen mit Schaltwippen am Lenkrad. Mansell gewann damit prompt sein Debütrennen für die Scuderia in Brasilien – ein Einstand, der ihm sofort den Status eines Gottes in Italien einbrachte.

Karriere nach der Formel 1 und Vermächtnis

Nach seinem Titel 1992 verließ Mansell die Formel 1 im Streit mit Williams und wechselte in die USA. Dort schaffte er das Unmögliche: Er gewann als amtierender F1-Weltmeister auf Anhieb die IndyCar-Meisterschaft (1993) – ein Kunststück, das bis heute unerreicht ist. Später kehrte er kurzzeitig zur Formel 1 zurück und feierte 1994 in Australien seinen letzten Grand-Prix-Sieg.

Heute genießt Nigel Mansell seinen Ruhestand auf der Isle of Jersey. Er engagiert sich für wohltätige Zwecke, tritt gelegentlich als FIA-Rennkommissar auf und widmet sich seiner Leidenschaft für das Golfspiel. Sein Vermächtnis ist das eines Kämpfers, der bewiesen hat, dass Talent allein nicht reicht – man braucht das Herz eines Löwen. In der Liste der Rekordweltmeister F1 mag er nur einen Titel haben, doch sein Einfluss auf die Popularität des Sports im Vereinigten Königreich und weltweit ist unermesslich.